Ausbildung & Beruf

Die Fachkunde

Die Fachkunde im Strahlenschutz berechtigt euch nach Röntgenverordnung RöV bzw. Strahlenschutzverordnung StrlSchV zum Umgang mit radioaktiven Stoffen oder ionisierender Strahlung. Die Ausbildung zum Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz in der Medizin nach StrlSchV ist in der Richtlinie zur Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen geregelt, der Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz nach RöV ist in der Richtline Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Rötngeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin geregelt. Die Basis bildet ein abgeschlossenes Hochschulstudium  der Medizinphysik (Bachelor oder Diplom/Master) oder eines naturwissenschaftlich-technischen Faches (z. B. Physik/Chemie, Medizintechnik).  Die praktische Ausbildung (Sachkunde) erfolgt in der Klinik/Praxis und dauert in der Regel bei einer Vollzeitanstellung 2 Jahre. In dieser Zeit erlernt man die Fähigkeiten und das notwendige fachliche Hintergrundwissen unter Anleitung eines fachkundigen Ausbilders/Mentors. Zusätzlich müssen zwei Strahlenschutzkurse (der Grund- und der Spezialkurs aus dem jeweiligen Anwendungsgebiet) besucht werden, um die notwendigen Kenntnisse im Strahlenschutz nachweisen zu können.
Anschließend stellt man einen Antrag auf die Fachkunde in dem jeweiligen Anwendungsgebiet bei der zuständigen Aufsichtsbehörde in dem Bundesland, in dem man seinen festen Wohnsitz hat.
Wurde kein Studium der Medizinphysik abgeschlossen, muss unter Umständen ein Nachweis erbracht werden, dass die Qualifikation der eines Masterabschlusses der Medizinphysik entspricht. Dies geschieht entweder über eine zertifizierte Weiterbildung oder ein Fachgespräch. Besondere Regelungen zur Fachkunde und zur Antragsstellung in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Hessen findet ihr hier.
Die Ausstellung der Fachkunde im Strahlenschutz ist die Grundvoraussetzung, um als Medizinphysik-Experte (MPE) innerhalb Deutschlands selbstständig und eigenverantwortlich tätig werden zu dürfen. Dies ist unabhängig davon, in welchem Bundesland die Fachkunde ausgestellt wurde. Jede weitere Fachkunde kann nach einer 6-monatigen Sachkundezeit und dem Besuch des jeweiligen Strahlenschutz-Spezialkurses beantragt werden.

Es können Fachkunden nach RöV und StrSchV in den folgenden Anwendungsgebieten erlangt werden:

  • Teletherapie (Photonen)
  • Partikeltherapie
  • Brachytherapie
  • Nuklearmedizin
  • Röntgendiagnostik
  • Röntgentherapie

Die Fachanerkennung in Medizinischer Physik nach DGMP

Die Fachanerkennung in Medizinischer Physik nach DGMP ist eine Bescheinigung, die über die Fachkunde hinausgeht. Sie kann auch in einigen Fachbereichen erlangt werden, für welche es keine Fachkunde gibt. Der Ablauf ist in der Weiterbildungsordnung der DGMP festgelegt und folgt den Regeln der EFOMP (European Federation of Organisations of Medical Physics).
Die Fachanerkennung wird innerhalb der europäischen Mitgliedsländer, die die Ausbildung zum Medizinphysiker nach EFOMP unterstützen, als Ausbildung zum Medizinphysiker anerkannt. Dies ist hilfreich, wenn man außerhalb Deutschlands als Medizinphysiker tätig werden möchte, da die Fachkunde in den seltensten Fällen im europäischen Ausland anerkannt wird.
Der Erwerb der Fachanerkennung kann jederzeit begonnen werden und muss nicht mit Beginn der Ausbildung zum fachkundigen MPE beantragt werden. Auch hier ist die Voraussetzung ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Diplom/Master) der Medizinphysik oder eines naturwissenschaftlich-technischen Faches (z. B. Physik/Chemie, Medizintechnik). Im letzteren Fall bzw. bei einem Bachelor-Abschluss sind die speziellen Qualifikationswege zum Medizinphysiker nach DGMP in der Weiterbildungsordnung geregelt. Der Beginn der Ausbildung wird bei der Fachanerkennungskommission der DGMP (Strukturen und Anträge) mit der Angabe des Spezial- und des Wahlgebiets sowie der Nennung eines Weiterbildungsermächtigten (Mentoren) beantragt. In der Regel ist eine Sachkundezeit von 3 Jahren und ein Nachweis von bis zu 840 Leistungspunkten im Bereich der medizinischen Physik notwendig. Die Anzahl der zu studierenden Leistungspunkte ist abhängig von der Art der Qualifikation (z. B. Studium der Medizinischen Physik) und ist in der Weiterbildungsordnung anschaulich dargestellt und wird vor Beginn der Ausbildung mit dem zuständigen Referat der Fachanerkennungskomission abgeklärt. Nach Erreichen aller Voraussetzungen wird ein Fachgespräch mit zwei prüfungsberechtigten Gutachtern der DGMP durchgeführt.
Bei Fragen rund um das Thema Fachanerkennung könnt ihr euch an die Mitglieder der Fachanerkennungskomission wenden.