FAQ zur Fachkunde

Fachkunde?! Typische Fragen von euch an uns!

Immer wieder erreichen uns per E-Mail Anfragen rund um das Thema Ausbildung und Fachkunde. Diese Fragen und natürlich die Antworten dazu haben wir für euch gesammelt. Stöbert doch einmal hier, ob ihr eure Frage schon in dieser FAQ wiederfindet. Natürlich könnt ihr auch weiterhin alle eure Fragen, die euch auf der Seele brennen, direkt an uns richten.

Was brauche ich, um Medizinphysik-Experten (MPE) zu werden?
Um als MPE tätig werden zu können, ist zunächst ein Hochschulabschluss (Qualifikationsniveau Master) der Medizinphysik, der Medizintechnik oder der Physik (ggf. der Chemie oder äquivalente Studiengänge) notwendig. Bei Beantragung der Fachkunde als MPE ist ein Kenntnisstand äquivalent zu einem Masterabschluss in Medizinischer Physik nachzuweisen. Dies kann z.B. in der Form eines Fachgespräches erfolgen. Weiterhin ist eine 2-jährige praktische Ausbildung in Vollzeit (Sachkundezeit) und Nachweise über die Kenntnisse im Strahlenschutz (Strahlenschutzkurse) erforderlich. Die Berufsbezeichnung MPE und die Erlaubnis zur eigenverantowrtlichen Tätigkeit erhält man auf Antrag bei den zuständigen Landesbehörden. Detailiertere Informationen können der Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin (s. Anlage A) entnommen werden.

Gibt es einen Zeitpunkt für den Beginn der Ausbildung zum MPE? Gibt es einen Zeitraum, in dem besonders viele Ausbildungsstellen ausgeschrieben werden? Ist es normal, dass man eine Stelle in der Medizinphysik eher kurzfristig bekommt?
Ausbildungsstellen zum MPE werden nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt gleichzeitig, sondern über das Jahr verteilt und je nach Bedarf ausgeschrieben. Daher sollte man regelmäßig die Stellenausschreibungen anschauen: Stellenangebote.
Es ist auch zu empfehlen, auch Stellenausschreibungen zu lesen, die auf den ersten Blick einen fachkundigen MPE suchen. Manchmal findet man auch eine Anmerkung, dass sich Ausbildungssuchende bewerben können. Auch initiative Bewerbungen können in manchen Fällen zu einer Ausbildungsstelle führen. In seltenen Fällen kann der Beginn einer Ausbildungsstelle sehr kurzfristig angesetzt sein.

Wie sehen die Berufsaussichten als MPE aus? Wie sicher ist der Job als MPE?
Nach Erhalt der Fachkunde sehen die Berufschancen sehr gut aus. Es werden regelmäßig neue Stellen ausgeschrieben. Stellenangebote können hier verfolgt werden.
Jobs im Bereich des Strahlenschutzes (im Gesundheitswesen) sind in der Regel sicher, da die Sicherung des Strahlenschutzes durch den Gesetzgeber vorgeschrieben ist (und durch ein neues europäisches Gesetz voraussichtlich aufgestockt wird). Viele Debatten verweisen jedoch auf die Automatisierung der Aufgaben eines MPEs, jedoch kann man auch hier argumentieren, dass wiederum die Komplexität der Technik und Aufgaben eines MPEs sich in der nächsten Zukunft (z. B. MR-Linac) erhöhen und somit weiterhin viele MPEs benötigt werden.

Wie läuft eine Ausbildung zum Medizinphysik-Experten ab? Was lerne ich in dieser Zeit? Muss ich in dieser Zeit Fortbildungen oder regelmäßige Kurse besuchen, um die Sachkunde zu erhalten?
In der Ausbildung wird man von erfahrenen MPEs angelernt und angeleitet, um das notwendige Wissen für die Tätigkeit zu erlernen. Auch ein großes Maß an eigenverantwortlichen Weiterbildung ist vorausgesetzt. Quereinsteigern (kein Studium der Medizinphysik/-technik) wird empfohlen eine Weiterbildung oder ein berufsbegleitendes Studium zu absolvieren, um das erforderliche theoretische Qualifikationsniveaus ("Kenntnisstand äquivalent einem Masterabschluss in Medizinischer Physik") zu erlangen, welches nach der Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin, Anlage 2.3, relevant ist.

Erhalte ich während der Ausbildungszeit ein Gehalt? Wie hoch ist dieses Gehalt? Wie hoch ist das Gehalt nach der Ausbildung?
Während der Ausbildungszeit wird man in der Regel für seine Tätigkeit vergütet.  In öffentlichen Kliniken und Praxen orientiert sich die Höhe des Gehaltes an den Tarifverträgen der Länder (TV-L). In privaten Kliniken und Praxen lehnt sich das Gehalt ebenfalls an Tarifverträgen an, teilweise wird es auch individuell verhandelt. Eine Erhöhung des Gehaltes nach Erhalt der Fachkunde bzw. Fachanerkennung hängt vom Arbeitgeber ab.

Wer bescheinigt mir meine Sachkundezeit?
Die Bescheinigung der Sachkundezeit wird durch einen fachkundigen MPE, meist der leitende Medizinphysiker, ausgestellt. Hier ist zusätzlich zu beachten, dass in diesem Zeugnis auch eine Empfehlung über die Eignung des Antragstellers an die Behörde enthalten ist.

Welche Unterlagen muss ich für den Antrag der Fachkunde einreichen?
Folgende Unterlagen sind nach Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin einzureichen:

  • Zeugnis des Hochschulabschlusses (s. Anlage A2.1, A2.3)
  • Sachkundezeugnis mit Empfehlung des Ausbilders (s. Anlage A5)
  • Bescheinigungen über die erforderlichen Strahlenschutzkurse (s. Anlage A3)
  • ggf. weitere Zeugnisse (Fortbildungen, etc.), die ein Qualifikationsniveau eines Studiums in Medizinische Physik belegen (s. Anlage A2.1, A2.3).
Die Fachkunde wird in der zuständigen Behörde für Strahlenschutz des Bundeslandes beantragt, in dem man mit Erstwohnsitz wohnhaft ist.
Weitere Hintergrundinformationen zum Thema "Erteilung der Fachkunde" könnt ihr auch dem Interview von Prof. Dr. Wolfgang Enghardt und Prof. Dr. Martin Fiebig entnehmen.

Ich finde keine Ausbildungsstelle mit der Dauer von zwei Jahren oder mir gefällt mein Arbeitsplatz nicht. Kann ich meine Ausbildung an einer anderen Klinik/Praxis fortsetzen? Muss ich dann erneut zwei Jahre absolvieren?
Sollte es nicht möglich sein, die gesamte Ausbildungszeit an einer Klinik/Praxis zu absolvieren, ist eine Fortführung der Ausbildungszeit ohne Verlust in einer anderen Stelle möglich. Es werden jedoch nur Ausbildungszeiten von mindestens drei Monaten anerkannt. Hierbei ist zu beachten, dass alle Ausbildungszeiten vom jeweiligen Arbeitgeber in einem Sachkundezeugnis ausgehändigt werden. Die Empfehlung wird erst duch den letzten Arbeitgeber nach Erreichen der zwei Jahre verfasst.

Wird ein im Ausland abgeschlossenes Studium für den Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz anerkannt? Was kann ich machen, wenn der Abschluss nicht als gleichwertig zu einem Medizinphysik Studium anerkannt wird?
Je nach Art des Studiums und dem Curriculum kann das Studium anerkannt werden. Um eine Überraschung am Ende der Ausbildungszeit zu vermeiden, ist es sinnvoll, die zuständige Landesbehörde (Bundesland deines Wohnsitzes) vorab anzufragen. In vielen Fällen ist es dann ausreichend, eine berufsbegleitende Fortbildung oder ein berufsbegleitendes Studium zu besuchen, um das Qualitätsniveau nachweisen zu können.

Kann die Arbeit im Rahmen einer Promotion als Sachkundezeit im Sinne der StrlSchV dienen? Oder ist diese Zeit lediglich anrechenbar auf die Zertifikation "Medizinphysiker nach DGMP" (Fachanerkennung nach DGMP)?
Die Promotionszeit wird durch die Behörde nicht als Sachkundezeit anerkannt. In Einzelfällen, abhängig vom Thema der Promotion, können jedoch bis zu drei Monate Sachkundezeit durch die Behörde bewilligt werden. Dies gilt ebenfalls für die Fachanerkennung.

Benötige ich auch eine Fachkunde, wenn ich als MPE im Bereich der Magnetresonanztherapie (MR-Bildgebung) arbeiten möchte? Wie sieht die Ausbildung aus?

Die Fachkunde im Strahlenschutz als MPE wird nur für Tätigkeiten im Bereich der (medizinischen) Anwendung von ionisierender Strahlung benötigt. Somit entfällt die Pflicht der Fachkunde für den Bereich der MR-Bildgebung. Hier kann jedoch freiwillig die Fachanerkennung der DGMP für die MR-Bildgebung erlangt werden.

Stand: Janaur 2017